14.04.2023

BMW Group Mitgründer einer neuen Zirkularitätsinitiative

Circular Republic – so heißt die gemeinsame Initiative, welche die Kreislaufwirtschaft inhaltlich und kommunikativ vorantreiben soll.

Alexander Bilgeri, Leiter Kommunikation Personal, Produktion, Einkauf und Nachhaltigkeit und Karsten Peddinghaus, Leiter Circular Economy frühe Phase und Technologieförderung, beantworten spannende Fragen zur Initiative.

Wie kam es zur Initiative Circular Republic?

Bilgeri: Die Initiative wurde gemeinsam von UnternehmerTUM, Europas größtem Start-Up- und Gründungszentrum, und der BMW AG gestartet. Beide Häuser suchen laufend und seit fast 20 Jahren den Austausch zu aktuellen Fragestellungen, insbesondere im Bereich Innovation. Daher haben wir die Idee, die zur Circular Republic geführt hat, für große und kleine Circularity-Initiativen eine gemeinsame Plattform zu schaffen, in den Raum gestellt. UnternehmerTUM hat den Ball aufgenommen und vernetzt die Ideen nun übergreifend, was wir nach Kräften unterstützen. Die Herausforderungen unserer Zeit kann nicht eine Initiative, ein Unternehmen, allein lösen. Große technologische Sprünge sind nur gemeinsam möglich, zum Beispiel mit gemeinsamen Plattformen, das zeigt sich zum Beispiel auch bei der Initiative Catena X. Die beiden Plattformen Catena X und Circular Republic werden uns helfen, entscheidende Schritte bei den Themen Kreislaufwirtschaft, CO2-Reduktion sowie Resilienz gehen zu können.

Welches Ziel hat die Initiative?

Peddinghaus: In der Kreislaufwirtschaft sehen wir als Automobilbauer einen Schlüssel zur weiteren CO2-Reduzierung und Schonung der natürlichen Ressourcen. Es geht zudem um Resilienz und Robustheit, auch in unseren Lieferketten. Ein zentraler Punkt ist die Sicherung der Ressourcen insbesondere aus den Hochvoltbatterien. Die BMW Group treibt die Idee der Kreislaufwirtschaft konsequent voran und hat diesen Anspruch auf der IAA Mobility 2021 mit dem Visionsfahrzeug BMW i Vision Circular kommunikativ untermauert.

Bilgeri: Mit der Circular Republic wollen wir kräftige Impulse für eine resiliente und nachhaltige Wirtschaft setzen. Es geht darum, viele gute Ideen und Initiativen in der Metropolis München anzusiedeln. Circular Republic ist aber mehr als München. Letztlich steht die gemeinsame Plattform für das Bündeln der Kräfte im weitesten Sinn. Die gegenseitige Befruchtung und der stete Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gepaart mit dem Mut und der Kreativität junger Köpfe aus der Start-up-Szene sind entscheidend für Innovationen und damit einen dauerhaft prosperierenden Wirtschaftsstandort.

Was erhofft sich die BMW Group von der Circular Republic?

Bilgeri: Die Herausforderungen unserer Zeit lösen wir nur gemeinsam. Wir wollen helfen, Ideen ans Licht zu bringen, sie wachsen zu lassen und skalierbar machen. Als Autobauer fahren unsere Rohstoffminen der Zukunft sinngemäß heute auf den Straßen. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir unsere Vision der Kreislaufwirtschaft sukzessive zur Realität bringen und die Rohstoffe aus Altfahrzeugen bestmöglich wiederverwerten.

Peddinghaus: Bereits heute stecken in unseren Neufahrzeugen im Durchschnitt bis zu 30 Prozent Sekundärrohstoffe. Diesen Anteil möchten wir konsequent erhöhen. Dafür braucht es ein gesamtgesellschaftliches Umdenken weg von der Wegwerfgesellschaft und hin zu geschlossenen Materialkreisläufen. Wir sehen in Circular Republic gerade auch eine Plattform von Initiativen, Unternehmen, Wissenschaft und kreativen Köpfen, um das Thema insgesamt nach vorne zu bringen. Es geht darum, gemeinsam kreative Ideen zu entwickeln und als Sandbox-Lösungen wachsen zu lassen.

Wie genau sieht die Kooperation beider Partner aus?

Peddinghaus: Wir kooperieren auf zwei Ebenen. Zum einen auf fachlicher Seite, um im Rahmen von Multi-Stakeholder-Initiativen den Wissenstransfer mit unseren Forschungs- und Innovationsbereichen zu intensivieren, sowie den weiteren Partner-Projekten in unserem Haus zum Thema Kreislaufwirtschaft. Es geht um den gegenseitigen Austausch wertvoller Impulse und die Initiierung gemeinsamer Projekte, von denen alle Seiten profitieren. Ein Beispiel ist die unternehmensübergreifende Gestaltung von Wertstoffkreisläufen – insbesondere beim Recycling von Hochvoltspeichern. Hier wollen wir eine Kreislauflösung mit Startups und weiteren Unternehmen pilothaft umsetzen.

Bilgeri: Die zweite Ebene ist der Bereich Kommunikation. Wir wollen die Vorteile der Kreislaufwirtschaft noch stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken und Begeisterung wecken. Circular Economy gehört zu den absoluten Megatrends. In den 2020er-Jahren steht die Diskussion um CO2-Reduktion im Mittelpunkt, in den 2030er-Jahren werden wir in erster Linie über Zirkularität sprechen. Circular Republic soll sukzessive internationale Strahlkraft entfalten und das Megathema Kreislaufwirtschaft in der Breite verankern.

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, eine gemeinsame Plattform für Kreislaufwirtschaft zu starten?

Bilgeri: Wir müssen uns alle klar machen: wenn wir als Gesellschaft und Unternehmen zukünftig erfolgreich sein wollen, dann ist es zwingend, in Kreisläufen zu denken. Langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln sind seit jeher die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges der BMW AG. Das Unternehmen hat Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung frühzeitig ins Zentrum seiner Ausrichtung gerückt. Insofern passt die Idee der Kreislaufwirtschaft perfekt zu uns. Die aktuellen globalen Herausforderungen geben dem Thema nochmals deutliche Schubkraft.Peddinghaus: Die Zeichen der Zeit erfordern mehr denn je ein regeneratives Wirtschaftssystem, in dem wertvolle Ressourcen in Kreisläufen gehalten und nicht weggeworfen werden. Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag für mehr ökologische Nachhaltigkeit und eine resiliente, prosperierende Wirtschaft.

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